Mythos Offseason — Die Südküste Sri Lankas

An der Südküste Sri Lankas wird die Zeit von Mai bis September offiziell als Offseason bezeichnet. Was das im Einzelnen bedeutet und wie vor allem die Surfbedingungen in diesen Monaten bei uns im Süden der Insel aussehen, haben wir im Folgenden einmal für Dich zusammengefasst.

„Not perfect but happy“

Immer wieder erreichen uns Anfragen von interessierten Urlaubsgästen zur so genannten Offseason an der Südküste Sri Lankas: Wie ist das Wetter? Regnet es wirklich den ganzen Tag lang? Gibt es überhaupt surfbare Wellen in der Nebensaison? Sind die Bedingungen für mich als Anfänger in der Offseason geeignet? Und viele mehr.

Gerüchte, dass es zwischen Mai und September im Südwesten der Insel durchgängig regnet und auch der Ozean keine surfbaren Wellen hervorbringt, halten sich hartnäckig und sind in vielen Online-Foren nachzulesen. Auch wir selbst hatten nach unserer ersten Sri Lanka-Saison unsere Zweifel und ursprünglich geplant, unser Surfcamp in Madiha während der europäischen Sommermonate zu schließen.

Doch als es dann Sommer wurde, wollte niemand vom Team so richtig den Süden verlassen. Es wurde Mai, es wurde Juni und am Ende hatten wir einfach die gesamte Nebensaison über geöffnet. Es “verirrten” sich sogar vereinzelt ein paar Gäste zu uns ins Camp, die entgegen aller Berichterstattung im Netz die Reise an die Südwestküste Sri Lankas wagten – und wir alle sollten nicht enttäuscht werden!

Mittlerweile hat sich das Image der Nebensaison an Sri Lankas Südwestküste stark zum Positiven gewandelt. So findet man im Internet zahlreiche Blogs und Foren, die sich mit dem Mythos Offseason beschäftigen und dazu beitragen, dass interessierte Urlauber einen realistischeren und differenzierteren Eindruck von dieser Zeit bekommen. Da auch wir ein immer größer werdendes Interesse an einem Offseason-Besuch bei uns im Camp erkennen, wollen wir an dieser Stelle einmal unsere Eindrücke und Erfahrungen der letzten Jahre teilen.

Für uns als begeisterte Surfer und Surflehrer steht dabei das Thema Surf selbstverständlich an oberster Stelle. Daher macht es aus unserer Sicht Sinn, die Realität vor Ort für die verschiedenen Surflevels einmal genauer darzustellen:

Surflevel 1 bis 3 oder vom ersten Paddeln bis zur grünen Welle

Wenn Du Level 1 bis Level 3 Surfer bist, ist die Nebensaison die perfekte Zeit für einen Besuch an der Südküste: Weitaus leerere Line-Ups als in der Hauptsaison (noch nicht überall hat sich die Qualität der Offseason hier herumgesprochen) und sanfte Wellen erwarten Dich an den verschiedenen Beachbreaks der Küste. Die großzügige Bucht von Weligama ist zum Beispiel ein sehr beliebter Surfspot, der nur wenige Tuk-Tuk-Minuten vom Camp entfernt liegt und auch in den Sommermonaten immer gut läuft. Die Bucht bietet jede Menge Möglichkeiten, je nach Wind und Wellengröße, die passenden Bedingungen für erste Take-Offs im Weißwasser, den Grünwellenstart oder das Üben der Parallelfahrt zu finden. Die Wellen sind in der Offseason generell größer als in der Saison. Die geschützte Bucht sorgt jedoch dafür, dass man hier gemeinsam mit dem Rest der drivethru-Truppe angenehme knie- bis brusthohe Wellen surfen kann.

Das meistgehörte Feedback unserer Gäste und auch unser Argument für einen Besuch in der Offseason ist daher ganz klar: Surfen in fast leeren Line-Ups! Denn auch wenn Du schon etwas Surfen kannst und vielleicht schon parallel Wellen surfst – aber nicht so oft im Jahr ins Wasser kommst, wie Du gern möchtest – hilft es gerade am Anfang total, einfach viele Wellen surfen zu können. In volleren Line-Ups, die man sich meist mit besseren Surfern teilt, kommt es häufig vor, dass man zurückziehen muss. Dadurch surft man am Ende nicht so viele Wellen und macht weniger Fortschritte.

Dennoch hat die Offseason nicht ganz ohne Grund ihren Namen. Und auch, wenn es wirklich gute Gründe für einen Offseason-Besuch für Surfer auf dem Level 1 bis Level 3 gibt, muss man ganz klar sagen, dass aufgrund der beiden Monsune wesentlich weniger Riffe in der Nebensaison laufen. Dadurch ist die Auswahl an Surfspots in dieser Zeit insgesamt begrenzter als in der Hochsaison oder in den Sommermonaten an der Ostküste Sri Lankas.

Trotzdem ist bei unseren Offseason-Gästen die Rückkehrer-Quote im Sommer sehr hoch und die Argumente einstimmig: Leerere Line-Ups, kleine Surfgruppen, entspannte und lustige Zeit im Camp!

Kleiner Tipp von uns: Wenn Du Level 1 bis Level 3 Surfer bist, überlege Dir vorher in Ruhe, was du in Deinem Surfurlaub erleben möchtest und welche Bedingungen für Dich persönlich am besten sind.

Hier erfährst Du mehr über die Surflevel 1 bis 3.

Surflevel 4 bis 5 oder vom ersten Manöver bis zum Spray

Wenn Du Level 4 bis Level 5 Surfer bist, Deine Manöver in der Welle verbessern willst und gern so viele verschiedene Spots und Riffe wie möglich in der Umgebung erkunden möchtest, dann gilt auch für Dich: Es erwarten Dich leerere Line-Ups als in der Hauptsaison – aber kaum surfbare Riffe in der Nebensaison. Die Auswahl der surfbaren Riffe ist aufgrund der beiden Monsune einfach sehr begrenzt und nicht vergleichbar mit der Vielfalt, die Dich hier an der Südküste in den Wintermonaten des Jahres erwartet. Trotzdem finden wir es falsch zu sagen, dass man als Level 4 bis Level 5 Surfer hier nicht auf seine Kosten kommen kann, wenn man mit einer gesunden, realistischen Vorstellung an die ganze Sache heran geht. Es gibt direkt vor unserer Haustür in Madiha Riffe, an denen man auch in der Nebensaison immer mal wieder surfen kann und an denen dann ein bis zwei Manöver pro Welle möglich sind.

Doch auch hier muss man sagen, dass gerade ab diesem Surflevel die Bedingungen und Wellen in der Hauptsaison wesentlich konstanter sind und vor allem die Auswahl an gut laufenden Spots an den Riffen um Einiges vielfältiger ist. Klares Argument ist hier, wie auch bei den unteren Surflevels: Die Strände und Line-Ups sind leerer und entspannter und das Tempo der gesamten Inselregion ist etwas gemächlicher.

Kleiner Tipp von uns: Wer erfahren genug ist, sich am Peak der Welle durchsetzen kann und kein Problem mit vielen Leuten im Line-Up hat, kommt zu dieser Jahreszeit an der Ostküste Sri Lankas voll auf seine Kosten. Wer uns trotzdem lieber an der Südküste besuchen möchte und die Vorzüge von leeren Line-Ups zu schätzen weiß, ist jederzeit herzlich willkommen! Wir Surflehrer im Süden haben immer Spaß im Wasser und können auch in dieser Zeit unser Surfen weiter verbessern.

Hier erfährst Du mehr über die Surflevel 4 und 5.

P.S. Das Wasser ist das ganze Jahr über warm. Und die Sonnenbrandgefahr winkt einem auch in der Offseason fröhlich zu. Denn meist regnet es abends oder in den frühen Morgenstunden kurz und heftig. Also egal, wann Du bei uns ins Sri Lanka vorbeischaust: Sonnencreme (LSF 50) und Surf-Lycra nicht vergessen!

Und sonst so in Sri Lanka?

Es soll ja Leute geben, die außer Surfen gehen auch noch andere Interessen wie Kultur, Land und Leute haben (Wir hörten jedenfalls davon…).

Auch an dieser Stelle können wir Entwarnung geben! Immer mehr Restaurants, Museen und Sehenswürdigkeiten sind in der Nebensaison geöffnet, da es seit einiger Zeit eben auch im Sommer immer mehr Touristen in die Region verschlägt. Es ist zwar nicht so belebt wie in den Wintermonaten, aber es lohnt sich mittlerweile scheinbar für beide Seiten gleichermaßen in der Region unterwegs zu sein, Touristen sowie Geschäftstreibende.

Die Infrastruktur zeigt sich von der Offseason außerdem unbeeindruckt. Es gibt zahlreiche Busse und Züge, die Dich immer ans richtige Ziel bringen – sofern Du den Busplan richtig liest.

Die Chancen, schüchterne Tierarten bei einem Ausflug in die nahegelegenen Nationalparks oder bei einer Tour ins Inland zu erspähen, stehen in der Nebensaison auch günstig, wenn eben nicht ganz so viele Besucher gleichzeitig unterwegs sind.

Ach, was reden wir – komm doch einfach mal vorbei und erlebe es alles selbst! Wir freuen uns auf Dich!

Dein drivethru-Team